Antisemitismus und Zinskritik
Von Februar bis März war ich Praktikant bei “Global Change Now e.V.”, einem Verein der sich hauptsächlich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen und eine Geldreform (Zinskritik) einsetzt. Im folgenden beschreibe ich meine Erfahrungen, die ich in der letzten Praktikumswoche, während dem “Macht Geld Sinn” Kongress, machen konnte.
Fick dich, Deutsches Reich!
Warum genau bin ich noch mal hier? Ach genau, Grundeinkommen und Boden-Vergesellschaftung. Weil ich Umverteilung will, weil ich linke Politik mache. Ich wollte über Alternativen sprechen – auch und gerade über Alternativen zu den Freigeldkonzepten, die mich bisher wenig überzeugten. Das war die letzten vier Wochen auch kein Problem. In dieser Zeit, als ich Praktikant bei „Global Change Now“ war, konnte ich über Kapitalismus und Umverteilung sprechen, mich frei darüber austauschen, wie das schöne Leben auszusehen hat.
Auf einmal habe ich aber ein Problem; wir sind nämlich nicht mehr alleine in der Bundeszentrale von Gobal Change Now – denn es ist „Macht Geld Sinn“ Kongress in Köthen. Das bedeutet: Hunderte Zinskritiker_innen strömen in die Stadt.
Ich stehe an der Ticketausgabe. Den ganzen Tag kommen nette Menschen herein spaziert und holen ihre Tickets ab. Alles ist gut. Ein älterer Herr kommt und ich reiche ihm sein Ticket. Kurz bevor er geht fällt mir ein Button an seiner Weste auf: „Meine Staatsbürgerschaft? Deutsches Reich!“ umringt dort einen Adler auf schwarzrotgoldnem Grund. Ich will etwas sagen doch er ist schon aus der Tür. Ich ärgere mich lautstark, und mache weniger laut Egotronic an, doch plötzlich steht er, ich nenne ihn mal Nazi-Opi, wieder vor mir und will den Weg irgendwohin oder Essensmöglichkeiten oder eine Hoteltelefonnummer oder irgendwas wissen. Ich übergehe seine Frage und spreche ihn auf seinen Button an. Nach dem ich mir anhören durfte, dass die Bundesrepublik maximal eine GMBH ist und dass auch ich Stolz seien könne, Deutscher zu sein, und dass meine Kinder mal Deutsche sein werden bitte ich ihn, den Button auf Grund der allgemeinen Ruhe abzunehmen, weil er ja auch anderen negativ auffallen könnte. Das trifft bei ihm kurz auf Unverständnis bis er dann die Worte sagt: „Wir wollen doch alle das gleiche.“ Es gehe hier doch um unser aller Geld. Es gäbe 2.000 Familien, die uns alle in der Hand hätten, die Welt steuerten und die Rothschilds, und überhaupt und sowieso, das seien ja auch Juden. Mir reicht’s, ich bitte ihn erneut den Button abzunehmen und schicke ihn nach draußen.
Drei Stunden später stehen Tom Aslan (Generalsekretär von Global Change Now), Nazi-Opi und Andreas Popp (einer der Referent_innen) vor der Tür. Aslan will Nazi-Opi des Kongresses verweisen und Popp „vermittelt“, was in diesem Fall ein harmloses Wort für Relativierung ist. Zehn Minuten später zerreiße ich das Kongressticket von Naziopi. Das Hausrecht und die Moral auf unserer Seite, der Antisemit auf der anderen.
Der Bruch mit Popp
Ich dachte mir, dass es das jetzt wohl war, Nazi-Opi zuhause, Idioten gibt’s halt, zurück zur Normalität. Das war leider weit gefehlt.
Wir bekamen die Information, dass Michael Vogt den Kongress „Lust-auf-neues-Geld“ moderieren soll, der von einigen Partner_innen von Global Change Now (hauptsächlich Referent_innen beim Macht Geld Sinn Kongress) organisiert wird. Vogt ist bekannt für starke Kontakte in die rechte Szene, zu verschwörungstheoretischen Kreisen und dafür, dass er gemeinsam mit Olaf Rose (letzter NPD Bundespräsidentschaftskandidat) Produzent des geschichtsverfälschenden Filmes „Geheimakte Heß“ war.
Nach eingehenden Recherchen über Vogt und einer Konfrontation der Veranstalter_innen mit den leicht gefundenen Fakten, lenkten diese ein und sagten die Moderation durch Vogt ab. Einer jedoch, der auch Vogt erstmals ins Spiel brachte, bestand darauf, die Zusammenarbeit nicht ganz abzubrechen
und handelte den Kompromiss aus, Vogt dürfe die Video-Dokumentation des Kongresses übernehmen: Popp. Das war für Aslan und Global Change Now der endgültige Bruch mit diesem.
Jüdisches Geld? – Bekackte Deutsche!
Ich bin nach einem Kongresstag in der Kneipe, in der die meisten Kongressteilnehmer_innen sich jeden Abend einfanden. Ich erzählte Florian, einem Freund von mir an der Bar von den Ereignissen rund um Vogt, Popp und Naziopi. Wir unterhalten uns laut, betrunken und vernichtend über Antisemit_innen und Holocaustleugner_innen. Plötzlich quatscht uns ein Mit-Fünfziger von der Seite an und versucht zu relativieren. Nach wenigen Minuten fällt der Satz „Es geht doch gar nicht um die Juden, es geht um das jüdische Geld“. Florian steht angepisst und aggressiv auf und verlässt pöbelnd („bekackte Deutsche“) mit mir die Bar.
Nächster Abend, selbe Bar: Es wird uns erzählt, dass niemand wissen kann, wie viele Menschen in Ausschwitz gestorben seien, weil ja niemand von uns dabei war. Außerdem sei die Bandbreite die einzige deutsche Band, die die wirklich wichtigen Themen aufgreifen würde (womit im Detail nur 9/11 Verschwörungstheorien gemeint war). Nach einer Woche antisemitischer Kackscheiße bin ich einfach nur noch gereizt und sehe keine Möglichkeit auf Erfolg mehr: Die Leute, seien sie 17 oder schon seit Jahrzehnten in Rente, sind nicht mehr umzukrempeln und haben kein Problembewusstsein.
Das sind keine Einzelfälle
Das sind keine Einzelfälle. Auch die genannten Fälle sind nur einige Beispiele aus einer furchtbaren Woche. Ich glaube allerdings nicht, dass die Idee von „umlaufgesichertem Geld“ (Also Bargeld, dass mit der Zeit automatisch an Wert verliert) automatisch antisemitisch ist. Ich kann in den Ideen keinen strukturellen Antisemitismus erkennen, wohl aber in der Freiwirtschafts-„Szene“. Diese ist mit Antisemit_innen, Holocaustrelativierer_innen, Verschwörungstheoretiker_innen, Esoteriker_innen, Deutsches-Reich-Aktivist_innen und schlicht Faschist_innen durchsetzt. Das Thema Freigeld zieht diese Idioten ohne Ende an, auch, wenn sie nicht die Mehrheit sind: Sie haben eine große Strahlkraft in die ganze Szene hinein und beeinflussen die Außenwirkung und die Diskurse massiv. Was die Freiwirtschaftsszene braucht, ist eine umfassende Entnazifizierung. Dafür ist zunächst eine detailreiche und fundierte Enttarnung von rechtem Gedankengut notwendig. Es muss erreicht werden, dass Andreas Popp und Co. genau dahin gestellt werden, wo sie hingehören: In die rechte Ecke.
Bei Global Change Now habe ich nur nette Menschen erlebt. Sie sind bemüht, sich rechten Tendenzen entgegenzustellen. Allerdings fehlte ihnen bisher der politische Sachverstand oder fehlendes Hintergrundwissen über Partner_innen: Viele, mit denen sie mal zusammenarbeiteten, sind absolut nicht tragbar. Andreas Popp ist dafür nur ein Beispiel.
Keine Lanze für die Freiwirtschaft
Mit diesem Bericht möchte ich keinesfalls eine Lanze für die Idee der Freiwirtschaft (Zinskritik) brechen. Ich halte sie politische wie wirtschaftlich für falsch, falsch in ihren Analysen, falsch in den Methoden und falsch in den Lösungsvorschlägen.
Haupt Kritikpunkte der heutigen Freiwirtschaftsszene sind Wachstumszwang und Vermögenspolarisierung. Gegen beides gibt es bessere Konzepte, diese sind aber nunmal “links”, was wohl für viele Anhänger_innen der Freigeldidee einfach ein “No Go” ist. Gegen ein großes Vermögensgefälle (das nur zu einem kleinen Teil durch Zinsen entsteht) hilft nur eins: Konsequente Besteuerung von Großen Einkommen, Vermögen, Schenkungen und Erbschaften.
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Was hat das Deutsche Reich mit Nazis zu tun?
Die gab es doch 1871 noch gar nicht. Schlag mal “Deutsches Reich” bei Wikipedia nach.
Entschuldige bitte meine Polemik. Wenn ich “Nazi-Opi” sage, dann um zu verdeutlichen, was ich von diesem Menschen halte. Wer dieser Verschwörungstheorie anhängt, dass es keine rechtmäßige Bundesrepublik gäbe und zeitgleich abfällig über Juden und XYZ-Familien (hauptsächlich jüdische!) steuern uns alle Verschwörungstheorien spricht, gehört für mich in die rechte Ecke.
Verschwörungen hat es in der Weltgeschichte immer gegeben. Julius Cäsar zum Beispiel wurde Opfer einer Verschwörung. Und es gab Theoretiker die vor dieser Verschörung gewarnt haben. Waren diese Verschwörungstheoretiker auch Rechte?
Es geht hier um explizit antisemitische oder Deutschland-Muss-Viel-Größer-Sein Verschwörungstheorien.
Danke, dass du in die Offensive gehst! Mir ist allerdings nicht ganz klar geworden, welchen Andreas Popp du meinst: Den, der es auch zu einem Eintrag bei Esowatch gebracht hat, oder den gleichnamigen Politiker der Piraten. Ich nehme an, den erstgenannten. Aber vielleicht magst du das ja, für Menschen mit nicht soviel Insiderwissen, noch einmal präzisieren.
Ich rede nicht von dem Piraten Andreas Popp.
Ich habe mir gerade “Geheimakte Hess” auf Youtube angeschaut und konnte darin nichts rechtsextremes finden. Kein Antisemitismus, keine Gewalt- oder Kriegsverherrlichung, kein Rassismus, … rein gar nichts! Die Doku lief sogar mehrmals auf n-tv, was auch kein rechtsradikaler Sender ist.
Wo liegt das Problem an dieser Doku? Du hast sie dir doch bestimmt genauestens angeschaut, bevor du dein Urteil gefällt hast. Also bitte erklär es mir.
Der Film ist Geschichtsverfälschend, er verklärt Rudolf Heß darin als “Friedensflieger” einer angeblichen “Friedensmission” des Dritten Reiches, die Hitler veranlasst haben soll. Das entspricht nicht der großen Meinung der Mehrheit der Historiker_innen. Außerdem bezweifelt der Film den Selbstmord von Hess; was Neonazis immer wieder hervorbringen, weil sie glauben, in Hess einen echten Märtyrer für die rechte Sache nach 1945 und damit ein Idol gefunden zu haben. In ihrer Version ermordete der britische Geheimdienst Heß, was historisch nicht haltbar ist.
Auch die Quellen sind äußerst Fragwürdig, so wird ein Großteil des Films auf Aussagen von Martin Allen gestützt, der sich wiederum auf nachweislich auf gefälschte Dokumente beruft; was auch schon zum Zeitpunkt der Produktion von “Geheimakte Hess” bekannt war.
Das zeigt zum Beispiel auch das Statement von gez. Prof. Dr. Rainer F. Schmidt, der im Film interviewt wurde: http://web.archive.org/web/20070930161721/http://www.phil2.uni-wuerzburg.de/institutelehrstuehle/institut_fuer_geschichte/institut/abteilungen/didaktik_der_geschichte/personal/schmidt/
Der Film wurde gemeinsam mit Olaf Rose produziert, der schon damals für die NPD arbeitete und ihr letzter Bundespräsidentschaftskandidat war.
Und auch ohne diesen Film finden sich viele Hinweise für Vogt’s Gesinnung: Antizensurkonferenz, Secret-TV, Alpenparlament-TV, Danubia-Burschenschaft [...].
Also tatsächlich nichts rechtsextremes in der Doku, selbst wenn sie Fehler enthalten sollte, was zu beweisen wäre. Aber auf jeden Fall nichts antisemitisches, nichts gewalt- oder kriegsverherrlichendes, kein Rassismus usw. Lediglich die These, dass Hess Frieden schließen wollte. Was ist daran rechtsextrem? Hast du den Film selbst gesehen und die Fakten überprüft?
Ansonsten nennst du Indizien für eine rechte Gesinnung Vogts, die möglicherweise stimmen könnten. Aber präventiv sollte man auf jeden Fall Andreas Popp meiden, der ihn kennt, und deshalb auch ein rechter sein könnte.
Bevor sich die Geldaktivisten so einfach in linke und rechte spalten, sollte man vielleicht auch einmal die Frage stellen: Cui bono?
Hey, nicht zu schnell die Nazikeule schwingen. Und sich nicht mit “leicht gefundenen Fakten” gleich zufrieden geben, sondern sich genau informieren! Manches sieht bei genauerer Beschäftigung ganz anders als erwartet aus. Die Beschäftigung mit dem Thema “deutsches Reich” bringt mich z.B. immer mehr ins … staunen. (Was nicht heißt, dass ich gut finde, was da von rechter Seite aus getrieben wird …) und auch Michael Vogt gegenüber sind mir viele Fragen offen. Z.B. hat er nie mit einem Nazi einen Film gedreht – der Rose ist erst viele Jahre später zur NPD gewechselt, rechtsradikale Äußerungen von Vogt sind nicht bekannt – selbst der Spiegel spricht nur von “angeblichen Kontakten in die rechte Szene” http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,519262,00.html – usw. usf.
Ich selbst hatte einmal ein Interview über Grundeinkommen bei ihm – da wusste ich noch gar nichts über ihn und er war sehr tiefgehend sachlich und von “rechts” war nicht die Spur.
Ver-urteilen ist leicht, Urteilen ist sehr sehr schwer, da möchte ich nur zur Vorsicht mahnen. Es gibt ein Interview mit Vogt – es ist nicht meine Welt, die er dort beschreibt, vieles würde ich anders empfinden – aber vom Abgrund des Nazismus ist er dort meilenweit entfernt. http://www.muslim-markt.de/interview/2008/vogt.htm
Man darf in Deutschland nichts mit dem Nationalsozialismus vergleichen (was verständlich ist) – aber jeden zum Nazi erklären (was ich so ablehne) – das ist schon komisch.
Guten Morgen Herr Nabert.
Es ist also von Michael Vogt keine einzige rechtsradikale Äußerung (im Sinne von Antisemitismus, Antiislamismus, Krieg, Gewalt, Rassismus usw.) bekannt? Das Interview bei Muslim-Markt finde ich eine höchst interessante Bestätigung, die für ihn spricht.
Ralph Boes hat Recht. Es gibt “schnell gefundene Fakten”, aber wenn man tiefer recherchiert, stößt man oft auf das Gegenteil. Und wie Rosenstein schrieb: “Cui bono???” … Soweit zu Michael Vogt.
Aber eigentlich geht es hier doch um Andreas Popp, dem man lediglich vorwirft, sich für Vogt eingesetzt zu haben, während Popp in der rechten Szene permanent als Linker beschimpft wird… Ja ist er nun plötzlich auch ein Rechter?
Wenn einige junge Leute (die in der linken Szene erst noch groß werden wollen) so ungenau recherchieren und als Einstieg gleich mal mit den besten linken Köpfen brechen, dann muss ich als alte Linke mich davon distanzieren. Die Großkapitalisten haben ein existenzielles Interesse daran, uns Linke zu spalten. Aber bestimmt hätten sie nicht damit gerechnet, dass es so einfach ist, junge Leute zu finden, die nicht nachdenken und sich so leicht dafür missbrauchen lassen.
Beste Grüße, A.Schwan
Schön, Alexander, dass du dich sehr direkt mit Freiwirtschaft befasst (hast), was viele andere (werdende) Volkswirte rundheraus ablehnen! Als exponierter “Anhänger der Freigeldidee”, nämlich INWO-Vorstand, möchte ich auf deine Freigeld-Kritik antworten. Ich bin übrigens überhaupt nicht gegen “linke” Maßnahmen zur ausgeglicheneren Vermögensverteilung, nur halte ich die Kombination von Freiland (= Verstaatlichung, also sehr links!) und Freigeld für wirksamer: damit wird das Problem der sich öffnenden Vermögensschere, die zu immer höheren Zinseinkommen für die Reichsten führt, an der Wurzel (“radikal”) angegangen, statt im Nachhinein Korrekturen zu versuchen.
Wie kannst du sagen, dass das riesige und stets wachsende Vermögensgefälle zum Beispiel in Deutschland nur zu einem kleinen Teil durch Zinsen entstehe, wenn sich einfach berechnen lässt, dass die reichsten 10% der Haushalte durchschnittlich etwa 60.000 EUR/ Jahr an leistungslosen Einkommen aus Zinsen beziehen? Zur Berechnung dessen verweise ich auf den “Umverteilungsrechner” auf meiner Homepage. Mit mehr Kommentaren gibt es den auch auf http://inwo.de/index.php?id=161 .
Sorry, aber was ist das für eine linke Herleitung. Wer Zinsen kritisiert, da Sie ein nachweisbares Problem darstellen, der ist ein Nazi? Du bastelst Dir einige Einzelfälle zusammen und kreierst so ein Feindbild, damit Du keine Auseinandersetzung mit der Sache zu machen brauchst. Ich bin Anthroposoph, gehöre wahrscheinlich auch in Dein Feindbild. Ich bin gegen jedes Denkverbot, UND sowohl gegen rechte, als auch linke Ideologie. Betrachte die Dinge wie Sie sind, nicht wie Sie DIR in Dein linkes Konzept passen. Sei offen für neue Erkenntnisse und begegne Menschen nicht sofort mit Feindbildern, nur weil Sie eine andere Sicht der Dinge haben.
Ich bin für Grundeinkommen mit Konsumsteuer und Fließgeld (negativer Zins= Prinzip des Werden und Vergehens= naturwissenschaftliches Prinzip).
Der positive Zins, das exponetielle Wachstum, ohne Zerfall, ist in der organischen Natur nirgenswo zu finden. Warum bitte ist jemand Nazi, wenn er gegen Zins ist?
Ich finde es sehr traurig wenn Menschen wie Du so vernagelt sind. Natürlich gibt es auch Zinskritiker die Nazis sind, aber die Verallgemeinerung, alle Zinskritiker sind Nazi ist gar grotesk, sorry.
Noch ein Wort zu links und grün usw. Die Spd, DIE Grünen CDU, CSU und die FDP sind verfassungsfeinliche Parteien, genauso wie die NPD. Denn Sie unterstützen die Sanktionen im Hartz 4 SYSTEM die eindeutig verfassungsfeinwidrig sind!!! gENAU genommen gehören Sie alle verboten. Deshalb solltest Du dich als Grüner, der du wohl bist umsehen, von welcher Position aus du mit Steinen wirfst (machen Linke gerne, sie werfen mit steinen, die anderen schlagen mit Keulen, wo ist da der Unterschied?). Ich stehe für Erhaltung unseres Grundgesetzes, das ist tief demokratisch. Aber ich bin und bleibe Zins und system kritiker, bin ich deshalb Antisemit? sEHR absurd, echt.
Ich habe an keiner Stelle gesagt, dass alle Zinskritiker_innen automatisch Nazis sind. Aber danke für die Empörung.
Ich bin im Vorstand eines Vereins, der sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen einsetzt und habe selbst erlebt, wie Leute mit eindeutig rechtsradikalem Gedankengut den Verein für sich instrumentalisieren wollten! Offenbar ist es das Schicksal jeder neuen Idee, sofort von Vertretern irrationaler Ideologien, Rechtsradikalen und/oder Esoterikern als willkommenes Trittbrett für ihr wirres Gedankengut missbraucht und diskreditiert zu werden. Es gibt halt viele Leute, die sich die Welt möglichst einfach erklärbar stricken wollen. Das erspart das Nachdenken und Differenzieren und man hat klare Feinbilder. Denen muss man eine klare Absage erteilen. Ich halte die Skeptis von Alexander hier nicht nur für angebracht sondern für höchst notwendig und bin ihm für diesen Erfahrungsbericht sehr dankbar!!!
Kapitalismuskritik
Die Kapitalismuskritik (falls man sie so nennen darf) von Karl Marx ist noch nicht einmal ansatzweise richtig…
Mammons Tempel
…und führt in der Anwendung immer nur vom Privatkapitalismus in den Staatskapitalismus, die schlimmste Form der Ausbeutung und das Ende jeder persönlichen Freiheit. Der marxistischen Propaganda bleibt darum nichts anderes übrig, als sich mit dumpfer Polemik gegen echte Kapitalismuskritik (was nicht heißen soll, dass etwa die „occupy“-, „global-change-now“- oder „macht-geld-sinn“-Aktivisten auch nur die blasseste Ahnung davon hätten) zu verteidigen, um weiterhin Bauerfängerei für den gedachten „Arbeiter- und Bauernstaat“ zu betreiben.
Tatsächlich wirkt der Markt (marktwirtschaftlicher Wettbewerb) nie ausbeuterisch, sondern ganz im Gegenteil immer ausgleichend. Ausbeutung entsteht aufgrund der Einschränkung des Wettbewerbs durch den Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) und in verstärktem Maß durch die Abschaffung des Wettbewerbs in einer sozialistischen Planwirtschaft (Staatskapitalismus).
Zur Verwirklichung des vollen Arbeitsertrages bei einem Maximum an persönlicher Freiheit bedarf es keiner Gewalt, sondern der Intelligenz:
Geldtheorie
Der “perfekte” Markt wirkt vielleicht ausgleichend. Aber den perfekten Markt gibt es nicht.
Solange sich Großkonzerne Sachen patentieren können, die jedem klar sind sowieso nicht (z.B. Fortschrittsbalken). Solange es starke und schwache gibt auch nicht.
Aber selbst ein perfekter Markt müsste so perfekt sein, dass er “globale Kosten” mit abrechnet. Also z.B. wer hat mehr Erfolg in der “billig ist geil”-Gesellschaft? Der, der einfach Gift in den Fluß kippt, oder der, der das Zeug ordentlich entsorgt und die Kosten mit aufs Produkt draufschlägt? Ich fürchte ersterer. Also der perfekte Markt müsste wieder ganz viel Staat beinhalten, weil sonst sind wir in 3 Jahren alle tot.
Hallo,
also hier findet es mal wieder statt – wie überall, ob GMX oder Spiegel, ob Focus oder Blöd-Illu…das Ignorieren und Zerreden von Ideenanreizen über die Verteufelung einzelner Personen. Es ist doch immer wieder das gleiche Spiel.
Zunächst: Herr Popp spricht von den Banken – niemals von Juden. Er nennt auch keine Namen – denn es geht nicht um Namen und Religionen. Es geht hier um ganz andere Fragen als Jude oder Christ? Islamist oder Nazi? Semit oder nicht? Scheissegal wie sie alle heissen oder wo sie sitzen: erstmal sind alle Menschen die einen natürlichen Bedarf haben. Punkt.
Säuglinge werden in der Regel ungefragt in eine Religion hineinbeboren.
Beispiel: Wenn mir ein Anhänger der rechten Szene sagt :
“Die Ausländer müssen raus!”
(ich bin übrigends eher links-liberal einzuordnen, Rapper und so
..dann sage ich ihm: “Verpiss Dich Du hast das Problem nicht erkannt, wir brauchen Vielfalt im Land und ich will auch mal ne Pasta essen, geh arbeiten Du Spinner.”
Wenn er aber sagt: “Wir müssten das Zinsgeldsystem abschaffen und uns vielleicht was neues überlegen damit es uns allen (90%) besser geht und weil wir diesem ganzen Wachtumswahn einfach nicht mehr gerecht werden können…” (was auch immer seine Motivation dazu ist)…
Dann sage ich zu ihm: “Korrekt Alter. Wir haben einen Schnittpunkt. Lass uns n Bierchen trinken und darüber reden. In diesem Punkt wollen wir alle das selbe.”
Das wäre doch ein echter Anfang…
Ihr sagt, die Nazis eignen sich die Idee des Zinsfreien Geldsystems an und “instrumentalisieren” es…(obwohl es ja schon seit Jahrhunderten bekannt ist).
Ich sage: Umgekehrt wird ein Schuh daraus, wenn rechtsorientierte Menschen die Idee des Zinslosen Geldsystems gut finden – dann haben wir keine “Instrumentalisierung durch Rechts” – wir haben eine GEMEINSAMKEIT MIT Rechts. Alles andere ist zunächst irrelevant – lasst uns erstmal darüber reden (ich bin fast überzeugt der Rest klärt sich dann fast von selbst).
Aber genau das ist das Problem in Deutschland: die gedankliche Schublade. Nazi ist Nazi und links ist links und Frauen und Männer werden derzeit auch gerade aufgeteilt in Opfer und Sexisten. Die Teilungspropaganda läuft also bestens (heute noch in einem Forum mitbekommen).
Wir suchen doch alle nur nach einer Lösung für unsere Probleme, Zukunftsängste und wir suchen nach Sicherheit – nur unsere Lösungswege sind andere bzw. die “Ideen” und Wege die zur Lösung führen (wobei für mich jeglicher Weg über physische Gewalt als komplett indiskutabel ausscheidet – was mich wiederum von den Rechten – aber auch vielen Linken trennt).
In diesem Punkt scheint mir der von der Wissensmanufaktur vorgebrachte “plan b” auch eine gute Diskussionsgrundlage zu liefern – egal wie unperfekt oder löchrig er zunächst ist – es ist ein Ansatz der zu diskutieren und nach neutraler Prüfung evtl. eine “Alternative” zur heutigen Zins- und Wachstumspolitik darstellen KANN. Nur findet ja nichtmal eine öffentliche Diskussion statt – vielleicht weil er in eine Rechte Ecke geschoben wird (werden soll?)…ja aber warum war denn dann sogar ein Sarrazin überall im TV zu sehen???
Ich jedenfalls habe Fragen die die Mainstreammedien nicht diskutieren. Die hatte ich aber auch schon bevor ich von Andrea Popp hörte.
Popp hat in einem völlig Recht: ruhig bleiben, sachlich bleiben, beobachten (gerade die Medien), nicht auseinander-dividieren lassen und konstruktiv zusammenarbeiten und nicht in Haarspaltereien zerfallen. Sonst wird es wieder alles zerredet und löst sich auf in DSDS und Dschungelcamp.
Am Ende bleibt dann die Erkenntnis, das die Idee ja doch nicht funktioniert hat – nur weil keiner die Idee selbst diskutiert hat, sondern nur Ihre Vertreter stasimäßig durchleuchtet hat.
Wir müssen versuchen einen gemeinsamen Konsens zu finden. Und dabei müssen sich ALLE und ich meine ALLE die zumindest in einem Thema schonmal der gleichen Meinung sind an einen Tisch setzen.
Und deshalb hat Herr Popp auch vielleicht den “Nazi-Opa” reingelassen: er hat vielleicht veraltete – an Nationalitäten gebundene Einsichten – aber wir könnten uns vielleicht irgendwo treffen und zum ersten mal in der Geschichte als vereinte Rechte und Linke auftreten – wenn auch zunächst nur in einem Punkt. Erst DANN hätten wir eine sogenannte wirkliche “Mitte”.
Wär das etwa nichts?
Ich glaube wenn das gelingt, dann stehen wir in 10 Jahren auf dem Marktplatz, trinken zusammen ein Bier und merken das wir alle doch eigendlich nur Menschen sind und lachen uns darüber kaputt wie blöd wir all die Jahre waren.
Beste Grüße an Dich Alexander und: Peace und viel Erfolg noch beim Studium
Du könntest Recht haben, wenn die Nazis es tatsächlich nicht instrumentalisieren und ihren “Scheiß” draußen lassen.
Aber wenn Nazi-Opi mit solchen Buttons und Sprüchen eine ganz falsche Richtung in so eine Veranstaltung bringt, dann muss man mit dem nicht reden. Raus und gut. Dem scheint es nicht darum zu gehen, dass Geld unter den Menschen gerecht verteilt wird, dem scheint es darum zu gehen, eine Religion zu enteignen. Unakzeptabel.
Ich bin definitiv auch gegen diese dauernde Teilung (Regierung vs. Opposition; Studenten vs. Kindergartenkinder vs. Meisterschüler; Arbeitslose vs. Geringverdiener; … ) aber bei gewissen Menschen ist eine Grenze erreicht und sobald jemand Nationalität, Religion, Geschlecht generell als “böse” bezeichnet, steht der bei mir auf der Kippe. Dann wird noch einmal nachgefragt und wenn es dann klar wird, dass der das ernst meint, dann ist die Grenze überschritten.
Für mich spiegelt sich in den Vorträgen die ich bisher von Andreas Popp gesehen habe, die Meinung von dem Autor Jan Van Helsing “Hände weg von diesem Buch wieder”, welcher Gerüchten zu folge auch rechts sein soll. Kann dazu jemand was genaueres sagen?
ein problem ist, dass sich die scene rund um diese kryptofaschistische scheisse ein umfassendes weltbild aufbaut mit der hilfe einiger webseiten, die meldungen übernehmen und ggf. für ihr weltbild umbauen. man schaue zb kopp verlag, rechter esoterik kram.
das umfassende weltbild wird gerne dadurch relativiert, dass man sich ja nur bestimmt meldungen raussucht. man lebe ja die pluralität.
bauernfängerei, überall!
Wieso erbschaftssteuer!?
Wie oft soll eigentlich etwas besteuert werden!?
Nach Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, Grundsteuer und was weiss ich noch alles für Steuern, soll auch nochmal das Erbe durch die nöchste Generation Steuern einbringen. Wenn jemand mehrere Häuser erbt, ist das nachvollziehbar, aber wenn man sein geerbtes Haus verkaufen muss, weil man sich die Erbschaftssteuer nicht leisten kann, finde ich das, in einer Zeit, wo man sich kaum noch leisten kann ein eigenes Heim zu finanzieren, eine bodenlose Frechheit.
danke für dein engagement. leider gibt es nazis überall und sie sind nicht immer auf den ersten blick zu identifizieren. es gilt, sie überall zu bekämpfen. danke.
“…umringt dort einen Adler auf schwarzrotgoldnem Grund…”
Sicher, dass du dich da nicht irrst?! Der Adler auf schwarz-rot-goldenen Grund ist der Bundesadler, und daran ist eigentlich nichts auszusetzen, außer, man hasst die Bundesrepublik Deutschland.
Und das tun nicht nur viele Linke, sondern ganz besonders auch die Rechtsradikalen.
Die sogenannten “Reichsdeutschen” (neuerdings auch Reichsdeppen genannt) verwenden die Farben schwarz-weiß-rot … oder sie stellen die deutsche Fahne auf den Kopf: gold-rot-schwarz.
Tatsächlich haben die “Reichsdeutschen” starke Bezüge zur rechtsradikalen und braun-esoterischen Szene. Viele NPD-Mitglieder sind bereits auf den fahrenden Zug aufgesprungen.
Es gibt einige Seiten (Reichlings Blog, Niederrheiners Blog, Anti-Reichsdeppen-Forum), die über das irre Treiben dieser Leute berichten.
Auch hier gibt es Informationen:
http://reichsdeppenrundschau.wordpress.com/
Nein, ich irre mich nicht. Er hat auch von dem BRD-GMBH Müll geredet, war aber halt ein extrem dummer Mensch mit dem Button. Aber ja, auch der Bundesadler ist ein Symbol für Patriotismus, den ich ablehne.
@Alexander Nabert
“Ich ärgere mich lautstark, und mache weniger laut Egotronic an..”
Lehnst Du generell Nationalismus ab, oder nur den der Deutschen?
Du hörst Musik von einer Gruppe, die in IDF T-Shirts auftrat und
auf Ihrer Homepage einen Spendenaufruf für die Israelische
Armee (IDF) veröffentlichte.
Ist das nicht nationalistisch?
Dazu ein Artikel auf den Seiten von scharf-links:
Die Grünen, Antideutsche und Anti-Linke im Kontext – Scharf Links
http://www.scharf-links.de/114.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=21561&cHash=a10158220d.
Über den Themen Freigeld, Zinssystem usw. hängt nunmal der Schatten Gottfried Feders mit seinen Büchern und Vorträgen zur “Zinsknechtschaft” in den 20er und frühen 30er Jahren, der propagandamässig die “sozialistische” Seite des Nationalsozialismus abdeckte. Zumindest bis zur Machtergreifung. Danach wurde er auf einen Lehrstuhl abgeschoben, denn in der Realität brauchte der NS-Staat nunmal Kredite, Anleihen und das Grosskapital für die Aufrüstung. Aber meiner Einschätzung nach wird von der Neuen Rechten genau mit den alten Wahlversprechen der 20er Jahre heute wieder Stimmung gemacht. Das strahlt bis in esoterisch-alternative Kreise hinein (zB. Christian Anders). Dass hinter vielen bei der Kritik am Finanz-, Zins-, und Kreditsystem Adjektive wie”jüdisch”, “zionistisch” oder “freimaurerisch” zumindest mitgedacht werden entspricht jedenfalls meiner Erfahrung aus Foren aber auch einschlägigen Vorträgen der letzten zehn Jahre.
Die linke von der rechten Kapitalismuskritik, gerade im Bereich Zinsgesellschaft, fiat-Geld usw. abzugrenzen halte ich für ein sehr schwieriges Unterfangen. Das ist eines der Schlachtfelder, in der die zerstrittene Linke entscheidende Auseinandersetzungen in den Jahren vor der nat.soz. Diktatur verloren hat. Das Vorturteilssystem des Antisemitismus passt hier einfach zu gut (jüd. Bankenmacht, jüd. Internationalismus knüpft ganz hervorragend an der linken Globalismuskritik an usw.).
Wie allerdings Leute wie Popp oder Vogt durchs Raster fallen und überhaupt in die Nähe einer solchen Veranstaltung kommen können ist für mich absolut unverständlich. Das ist für mich nicht mit Fahrlässigkeit zu erkären.
Ich habe mich jedenfalls längst von dieser ganzen Freigeld-Richtung als taktisches pol. Instrument abgewandt. Mir schien es irgendwann so, dass man letztlich gerade den Rechten Leute zuführt, die die teils sehr emotionale Haltung der Leute hervorragend einfangen können, Ängste bedienen, Schuldige benennen usw. usf. Dass sie Antworten auf nationaler Ebene anbieten und damit eine gewisse gesellschaftliche Ermüdung internationalen Gremien wie die EU oder Erscheinungen wie Globalismus bedienen können kommt noch hinzu.
Gerade der Internationalismus der Linken stösst mE auf starke und emotionale Gegenreflexe in der Zielgruppe der pol. Auseinandersetzung auf diesem Feld. Da geht für viele Leute zuviel Identität verloren.
Dennoch meinen Respekt – und mein Mitgefühl. Wer mit solchen Themen linke Politik machen möchte wird immer feststellen mit Leuten zusammen zu sein, die ein verschwörungstheoretisches, antisemtisches und völkisches Weltbild vermittelt bekommen haben – und dann sehr überrascht sind, wenn man ihnen vorhält “rechts” zu sein.
Ich finde es toll wie du dich gegen den Antisemitismus einsetzt und die entsprechenden Leute entlarvst. Weiter so!